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Hollywood-Pimpf mimt deutschen Vorzeige-Terroristen Stauffenberg

Hollywood plant mal wieder eine Heldenschmonzette und Deutschland ist ganz aus dem Häuschen, denn verfilmt werden soll das von Stauffenberg initiierte Hitlerattentat – auch bekannt unter dem Namen „Operation Walküre“. So weit so gut. Doch niemand geringerer als Dauergrinser und Super-Scientologe Tom Cruise wird in der Hauptrolle zu sehen sein. Grund genug für viele, an der richtigen Rollenbesetzung zu zweifeln. Wie kann der Anhänger einer totalitären Sekte einen Widerstandskämpfer mimen? Es wird befürchtet, dass Cruise die Ehre eines der wenigen deutschen „Vorzeige-Helden“ besudeln könnte. Auch die Berliner Obrigkeit mag sich nicht so recht mit dem Möchtegern-Oberst Cruise arrangieren und verweigert ihm prompt sämtliche Drehgenehmigungen an historischen Stätten. Ein Skandal droht. Es folgen endlose und stumpfsinnige Debatten über Religions- und Berufsfreiheit. Doch der vom bösen Behördenpöbel gepiesackte Publikumsmagnet erhält Unterstützung: Niemand geringerer als Oscar-Preisträger und USA-Freund Florian Henckel von Donnersmarck ergreift die Partei für den Hollywood-Pimpf. Seiner Auffassung nach werde der „größte Star der Siegernation“ mit seiner Rolle als Stauffenberg „das Ansehen Deutschlands mehr befördern als es zehn Fußball-Weltmeisterschaften hätten tun können.“ Oha. Der Oskar-Macher muss es ja wissen. Schließlich verkörpert er wie kein anderer in der deutschen Filmbranche den unbedingten Siegeswillen. Die phallische Form des amerikanischen Filmpreises ist aus seinem energischen Griff quasi nicht mehr wegzudenken – und wirkt beinahe wie eine etwas zu lang geratene Armprothese. Das Blaublut, welches sich so engagiert für das Ansehen Deutschlands ausspricht, hofft wohl insgeheim selbst einmal in die Annalen der aristokratischen Volkshelden einzugehen. An Zielstrebigkeit und Willensstärke scheint es ihm jedenfalls nicht zu mangeln. Sieht man einmal von dem wohlgenährten, pausbäckigen Grübchengesicht ab, so erinnert der blonde Hüne sogar ein wenig an den Waffenfanatiker Charlton Heston: auch er klammerte sich bisweilen nur allzu gerne an sein Lieblingsspielzeug, welches man ihm wohl nur aus seiner kalten, toten Hand zu entreißen vermochte. Während sich nun also entweder an verquere Heldenkonzepte, Waffen, Filmpreise oder andere Strohhalme zur Errettung der nationalen Reputation geklammert wird, erhoffe ich mir ehrlich gesagt nur eines von Tom Cruise: dass er uns diesmal mit seinem debilen Colgate-Grinsen verschonen wird. So, wie es sich für militante Patrioten-Piefkes gehört. Daher: Brust raus, Hirn aus und Arschbacken zusammen! Das schafft der Tommy doch allemal…Außerdem: stehen ihm doch gut, die Uniformen! Wir kennen ihn doch schon in der Rolle eines fanatischen Kadettenknirpses (Die Kadetten von Bunker Hill), eines verkorksten Vietnam-Veteranen (Geboren am 4. Juli) und eines smarten Navy-Anwalts (Eine Frage der Ehre; ich bin immer noch geblendet von dieser strahlend-weißen Ausgeh-Uniform). Mensch, da steigt er ja jetzt sogar endlich auf und wird plötzlich zum blaublütigen Oberst! Tom Cruise eine Fehlbesetzung? Papperlapapp!

 29.06.2007

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