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„Du verstehst nichts von Musik!“

Heute hat sich ein kleines, wunderbares Mißverständnis zugetragen. Wunderbar schon alleine deshalb, weil dieses Mißverständnis letztlich meine eigenen, konditionierten Vorurteile offenbarte.

Ich stolperte über ein Zitat des mir bis dato unbekannten Herren namens H. Eisler: „Wer von Musik nur etwas versteht, versteht auch nichts von Musik“ , hatte einer meiner „Facebook-Freunde“  gestern auf seiner Profilseite gepostet.

Ob dieser für mich offensichtlichen, elitären Arroganz innerlich schäumend und rasend wie wutschnaubend lieferte ich sodann meinen kritisch-geistigen Erguß dazu:

„Was bedeutet es eigentlich etwas von Musik zu verstehen?“/ „Wer maßt sich an, etwas von Musik zu verstehen?“/ „Wer maßt sich an, darüber zu urteilen, wer etwas von Musik versteht und wer nicht?“ , etc. pp.

Abschließend schrieb ich noch sowas wie: „Jeder Mensch versteht etwas von Musik, wie vom Tod, der Trauer, der Liebe und der Sehnsucht. Jeder für sich.“

Ein Freund meines Freundes lobte genau diese scharfsinnige Bemerkung meiner Wenigkeit – was ich allerdings in meiner Paranoia mit dem erbosten Kommentar „Spar Dir Deinen arroganten Sarkasmus“ quittierte.

Erst als sich dann noch ein anderer dieser Diskussion anschloß und versuchte, mir den eigentlichen Inhalt dieses Zitats verständlicher zu machen, machte es „klick“. Hierzu zitierte dieser Jemand schließlich L.Armstrong, der wohl einmal folgenden Spruch losgelassen haben soll: „Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede“.

Und da hab ich plötzlich verstanden, was dieser Eisler eigentlich sagen wollte.

Aber so ist das halt mit dem Verstand – es ist halt nicht immer Verlass auf ihn.

Musik muss man nicht verstehen können – man kann es auch nicht immer.

Wenn mir irgendwann wieder ein arroganter Möchtegern-Musikversteher (wie etwa ein gewisser Herr Schnitzer) unter die Augen tritt und mir ins Gesicht schleudern will, dass ich „keine Ahnung von Musik“ habe – oder „nichts von der Musik verstehe“, dann werde ich ab sofort diesen Herrn Eisler zitieren.

Hach, und wieder haben wir was gelernt.

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Hamburger Unzumutbarkeiten

gelesen in der Neues Deutschland:

»Wir sind ein Kino und keine politische Gruppe«, betont Martin Schnitzer*, Mitglied im 15-köpfigen B-Movie-Kollektiv, der sich von dem »aggressiven Auftreten« der Blockierer vom 25. Oktober bedroht gefühlt hat. »Wir machen uns nicht gemein mit den Antideutschen oder den Antiimps«, grenzt sich der Cineast von beiden Lagern ab. »Uns geht es darum, die Meinungsfreiheit zu verteidigen«, sagt Schnitzer, bevor er sich wieder den Gästen der Filmaufführung zuwendet.

Welche Meinungsfreiheit gilt und galt es denn im B-Movie zu verteidigen? Doch nicht etwa die der „Kritikmaximierung“? Und das lässt dann ein Kino gänzlich „unpolitisch“ erscheinen? Und der jahrelange, Brigittenstraßen-interne Nachbarschaftsstreit zwischen dem Kino und der B5 hatte natürlich auch nichts mit der „Kritikmaximierungs“-Veranstaltung zu tun…

Wer soll denn diesen Scheiß noch glauben?

Und wie es um die Meinungsfreiheit im B-Movie selbst steht, lässt sich in meinem BlogBloß keine Kritik an der Kritikmaximierung!“ nachlesen.

Daher: Kein weiterer Kommentar mehr dazu.

* ein Mann, der offenbar nicht nur weiß, dass alle B5ler Antisemiten sind – er kennt auch den Geschmack der  Programmkinogänger wie kein anderer: „Französische Filme? Schaut sich kein Schwanz an!“

Ein Kommentar

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