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Linke Israelis melden sich zu Wort und richten sich gegen vermeintlich „linke“ Strömungen in Deutschland

nachzulesen hier:

http://www.jungewelt.de/2010/04-20/026.php

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Eingeordnet unter Antisemitismus, Israel

(Anti-)Deutsche über Anti-Imps

Heute wurde ich an der S-Bahnstation Sternschanze (Hamburg, Mitte) unfreiwillig zum „Ohrenzeugen“ des nun folgenden Ausschnitts eines unglaublich „intelligenten und aufgeklärten“ Monologs, der aus dem Munde eines überzeugten (Anti-) Deutschen zu vernehmen war und sich an einen „gleichgesinnten Anti-Antiimp“ richtete:

„…und dann hat der Depp so´n saudummen Aufnäher gehabt, da stand dann drauf >antinational statt antideutsch<. Typisch dummer, linker Spruch. Einfach unglaublich dumm, die Linken.“ 

Freilich, dieser Aufnäher „antinational statt antideutsch“ mag bei vielen zunächst für Verwirrung sorgen. Ist das „Deutsche“ nicht gerade untrennbar von der „deutschen Nation“? (Der Autor distanziert sich ausdrücklich von solchen Annahmen und Kurzschlüssen.) Bedeutet das nun, dass man ruhig „deutsch“ denken, aber auf keinen Fall „national“ empfinden und handeln darf bzw. soll? Hagen Rether würde jetzt vielleicht eine seiner berühmten rhetorischen Fragen formulieren: „Where is the f*** difference?“.

Hmmm…ich vermute mal, er würde diese Frage doch nicht stellen. Weil ich ihm zutraue, dass er den Unterschied zwischen „antinational“ und „antideutsch“ kennt.

Und: auch wenn mir nicht so ganz klar geworden ist, weshalb es auf jeden Fall dümmer sein muss, antinational bzw. anti-imperialistisch zu denken als etwa (anti-) deutsch —  eines wurde mir dann doch ziemlich schnell klar, nachdem ich diesem jung´schen Anti-Anti-Imp zugehört habe: „links“ zu sein, das bedeutete für ihn wohl eher soviel wie einfach nur unglaublich „dumm“ zu sein.

Öha.

Da ist es also viel intelligenter mit Aufnähern oder Anstecknadeln rumzulaufen, auf denen dann die US-Flagge prangt (die blitzte an seinem Revers) oder besonders feingeistige Sprüche wie „Deutschland wegbomben“ (das war auf seiner Umhängetasche in etwas ungelenker Krakelschrift zu lesen) zu finden sind. Schon klar. Und da wundere sich noch einer überhaupt über irgendetwas. Schwarz-weiß denken is´halt wesentlich einfacher. Strengt das Hirn auch nicht sonderlich an. Dass die beiden Jungens aber eventuell bereits vielfach in den Genuß freigeistiger Errungenschaften „linker“ Bewegungen gekommen sind, mag ihnen völlig egal sein. Oder wissen sie es einfach nicht? Ich tippe mal auf letzteres…

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Eingeordnet unter Antideutsche vs. Anti-Imps, Antideutsche vs. Antiimperialismus

(Anti-)Deutschtümelei vs. Antiimperialismus

Ich habe bereits im Anhang meines Blogs „Bloss keine Kritik an der Kritikmaximierung!“ auf das Buch „Sie warn die Antideutschesten der deutschen Linken“ aufmerksam gemacht.

Auf der Suche nach dem Verhältnis zwischen Antiimperialisten und Antideutschen wird man dort sehr schnell fündig:

Wolf Wetzel bringt es dabei auf Seite 126 auf den Punkt: „Wo Antideutsche aufklären, hat Antiimperialismus nichts mehr zu suchen.“  In seinem Beitrag „Vom linken Bellizismus zum anti-deutschen BefreiungsImperialimus“ übt er heftige Kritik an den Befürwortern des Krieges gegen den „islamistischen Terror“.

Wetzel fühlt dabei auch dem offensichtlichen Widerspruch dieser „linken“ und antideutschen Position auf den Zahn, Kapitalismuskritik mit der uneingeschränkten, Nationalflaggen schwenkenden Solidarität mit eben jenen Ländern vereinen zu wollen, die zu den mächtigsten „Kernländern des Kapitalismus“ zählen:

Was gemeinhin für unmöglich gehalten wird, gelingt unter Zuhilfenahme bürgerlicher Zivilisationstheorien durchaus. Ein Dreisatz. Als erstes kappt man die Verbindung und Wechselwirkung zwischen imperialistischer Ökonomie und US-alliierten Kriegen: „Der Verweis auf angeblich imperialistische US-Interessen im afghanischen Wüstensand verdreht Ursache und Wirkung der aktuellen Entwicklung. […] Dieser Krieg ist die Antwort auf einen konkreten und in dieser Form bisher nicht dagewesenen Angriff…“ (Albertini, Jungle World, 17.10.01)

Im zweiten Schritt behauptet man, die Angriffe des 11.9.2001 seien eine Kriegserklärung an den gottlosen American Way of Life, gegen die man das in der US-Verfassung verbürgte Recht auf Glück hochhalten soll, ein Angriff auf die antisemitisch konnotierte >Moderne<, deren Schutzwürdigkeit im Staat Israel seine kristalline Form angenommen hat. Dem gegenüber setzt man eine islamische Welt, die von (feudaler) Rückständigkeit, göttlichem Wahn und antisemitisch aufgeladenem Märtyrer-Mythos geprägt ist.

Zu guter Letzt fliegen die US-alliierten Bomber im Geist antideutscher Aufklärung Angriffe auf Staaten und Gesellschaften, die das westliche Abendland glücklich und stolz hinter sich gelassen hat.

Wer die Welt so zeichnet, tut sich nicht mehr schwer, mit Journalisten des Springer-Verlages, mit dem Vorsitzenden des Zionistischen Verbandes Deutschlands, Rene Pollack, an einem Strang zu ziehen und die >bewaffnete Selbstverteidigung Israels als Kristallationspunkt eines weltweiten Kampfes gegen den barbarischen Antikapitalismus< (Bahamas-Redaktion) zu verkünden.

(Kursivierung und Hervorhebung von mir)

Nun ist es aber nicht nur so, dass man jenen Antideutschen lediglich vorhalten könnte, an einem zivilisationstheoretischen Fortschrittsglauben festzuhalten (das kann und darf, wer unbedingt möchte und es einfach nicht besser weiß) – es ist doch vielmehr so, dass ihrer Rhetorik eben jene ARROGANZ der Mächtigen und „Aufgeklärten“ anhaftet, die so gar nicht zu einem kritischen (vor allem jedoch herrschaftskritischen) Denken der Linken passt. Kriege werden zum notwendigen und „kleineren“ Übel stilisiert – und das alles zum Wohle der „ach-so-guten-Achse-des-Guten“. Ich nenne das schlichtweg Heuchelei. (Oder muss man hier einfach nur von einer grenzenlosen Dummheit ausgehen? Um an dieser Stelle den berühmten, abschließenden Satz von Gerhard Polt aus „Gummibärli-Automat“ zu zitieren: „Ich weiß es nicht. Vielleicht wissen´s Sie?“)

In diesem Sinne: Für eine Kritik an der „Kritikmaximierung“! Für kritisches Denken – gerade dort, wo man meint, es bereits „maximiert“ zu haben – oder sich einbildet, es zu maximieren!

Und an all jene, die immer noch meinen, andere unbedingt diffamieren zu müssen, um ihr Ziel zu erreichen – hier ein nettes Video (auch und gerade zum Thema „Heuchelei“):

 

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