Punk is dead?

Von wegen, könnte man meinen:

Unsere postmoderne Popwelt hat den „Punk“ doch erst so richtig salonfähig gemacht. „Punk“ ist heute hip, „Punk“ ist schick und vor allem äußerst „progressiv“ und zeitgemäß. Allein: Er ist nunmehr alles andere als wirklich provokativ oder gar anti-kapitalistisch. Ganz im Gegenteil: Der postmoderne „Punk“ kuschelt mit dem Neokonservatismus und liebt die Penunzen wie kaum ein anderer. Heute gibt es beispielsweise den „Scheckkartenpunk“, den „Business Punk“ oder auch den „Investment Punk“. Man hört den „Superpunk“, den „Electro Punk“ oder den „Daft Punk“.  Der postmoderne „Punk“ schreibt und liest „links“-liberale Polit-Blogs, er kauft sich teure Lifestyle-Magazine, die den Unternehmergeist in ihm fördern sollen – und er verschlingt Finanzratgeber österreichischer Investmentgurus. Nebenbei lauscht er den seichten Klängen selbstverliebter Unterhaltungscombos.

Der „Punk“, so scheint es, ist endlich erwachsen geworden: Er will sein Leben aktiv und selbstbestimmt gestalten und sucht sich seinen festen Platz – in diesem, unserem kapitalistischen System. Auch mag er sich freilich nicht ganz von Karl Marx´ Kritik der politischen Ökonomie trennen – und  so ziert „Das Kapital“  wie selbstverständlich das heimische Ikea-Regal.

Nur manchmal, ganz wehmütig und heimlich, da legt der ein oder andere von ihnen dann doch noch eine alte Crass-Platte auf und erkennt, dass diese Band schon 1978 längst wusste, was viele Pseudo-Punks bis heute nicht raffen: „Punk is dead!“

Was bin ich froh, dass ich kein „Punk“ bin…

Lyrics zu „Punk is Dead“ (by CRASS):

yes that’s right, punk is dead it’s just another cheap product for the consumers head bubblegum rock on plastic transistors schoolboy sedition backed by big time promoters cbs promote the clash ain’t for revolution, it’s just for cash punk became a fashion just like hippy used to be ain’t got a thing to do with your or me movements are systems and systems kill movements are expressions of the public will punk became a movement cos we all felt lost leaders sold out and now we all pay the cost punk narcissism was a social napalm steve jones started doing real harm preaching revolution, anarchy and change sucked from the system that had given him his name well i’m tired of staring through shit stained glass tired of staring up a superstars arse i’ve got an arse and crap and a name i’m just waiting for my fifteen minutes fame steven jones, you’re napalm if you’re so pretty vacant, why do you smarm? patti smith, you’re napalm, your write with your hand but it’s rimbaud’s arm and me, yes, i, do i want to burn? is there something i can learn? do i need a business man to promote my angle can i resist the carrots that fame and fortune dangle i see the velvet zippies in their bondage gear the social elite with safetypins in their ear i watch and understand that it don’t mean a thing the scorpions might attack, but the systems stole the sting punk is dead. punk is dead. punk is dead.

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GAZA YOUTH BREAKS OUT

„Fuck Hamas. Fuck Israel. Fuck Fatah. Fuck UN. Fuck UNRWA. Fuck USA!“

Jugendliche aus  Gaza haben auf Facebook ein Manifest veröffentlicht, das nicht nur auf die menschenunwürdigen Lebensumstände aufmerksam macht, denen sie sich tagtäglich ausgesetzt sehen, sondern gleichzeitig auch all jene Strippenzieher anprangert, die dieses Unrecht mitzuverantworten haben.

Eine deutsche Übersetzung des auf Facebook veröffentlichten Manifestos findet sich hier:

Gazas Youth Manifesto for Change

oder hier:

GYBO auf Facebook

Kurzer Nachtrag: Offenbar werden von FB Posts der GazaYBO geblockt.

Hier also der Link zum GazaYBO-Blog:

http://gazaybo.wordpress.com/

Mutig und lesenswert!

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Roger Behrens – ein Sozialwissenschaftler über „regressive“ und „tierhafte“ Verhaltensweisen junger Migranten

Roger Behrens, Sozialwissenschaftler und Herausgeber der Hamburger Zeitschrift FLORIDA (außerdem Gelegenheitsschreiberling für die Jungle World, das OPAK magazin, das Beatpunk Webzine, Phase 2 und — vielleicht darüber hinaus erwähnenswert — ein „eingefleischter“ Kritikmaximierer und Mitarbeiter des Hamburger Radiosenders FSK/Freies Sender Kombinat) ließ sich unlängst in einem Interview über die migrantische Bevölkerung des Hamburger „Problemviertels“ Wilhelmsburg aus. Das Gespräch entstand in Zusammenhang einer Vorstellung des eigenen, neuen Zeitschriftprojekts FLORIDA, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, über die Begriffe von Stadt und (Post-)Urbanismus sowie über das „Wohnen im Kapitalismus“ zu philosophieren schwadronieren. Man ist sichtlich bemüht, der Zeitschrift einen möglichst intellektuellen und künstlerischen Anstrich zu verpassen. FLORIDA ist ein Magazin des Hamburger Kunstvereins – der im Übrigen von der Internationalen Bauaustellung (IBA) Hamburg subventioniert wird.

Das unten angeführte Interview enstand bereits vor einigen Monaten, aber da ich erst vor Kurzem darauf gestossen bin, konnte ich nun einfach nicht umhin, erneut auf diesen menschenverachtenden Nonsens aufmerksam zu machen.

Roger Behrens über junge Migranten in Wilhelmsburg (Hamburg)

Rhizom, Metalust und auch die Steinbergrecherche haben sich bereits ausführlicher darüber ausgelassen.

Und für all jene, die sich einen Eindruck von den innovativen und künstlerisch hochwertigen wie einzigartigen Freizeitangeboten des  Kunst (-& Sport-)Vereins (unter der Leitung Roger Behrens´!) machen möchten:

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Hagen Rether: Angst vor dem Islam

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Moshe Zuckermann über sein neuestes Buch „Antisemit! Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument“

Moshe Zuckermann äusserte sich freilich auch zum Hamburger „Antisemitismus-Skandal“, den sich das Soli-Café B5 durch die Verhinderung des Filmes Warum Israel von Claude Lanzmann geleistet haben soll:

http://www.steinbergrecherche.com/judaeophobie.htm#ANTISEMIT

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(Anti-) Deutsche und die Polizei

Über den (anti-) deutschen Hang zum Diffamieren und Denunzieren. Hauptsache, es geht gegen Linke.

http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=9584&Itemid=252

index.php?option=com_content&task=view&id=9584&Itemid=252

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Volker Pispers über das Abendland und Sommerlöcher, die gestopft werden wollen

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