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„Du verstehst nichts von Musik!“

Heute hat sich ein kleines, wunderbares Mißverständnis zugetragen. Wunderbar schon alleine deshalb, weil dieses Mißverständnis letztlich meine eigenen, konditionierten Vorurteile offenbarte.

Ich stolperte über ein Zitat des mir bis dato unbekannten Herren namens H. Eisler: „Wer von Musik nur etwas versteht, versteht auch nichts von Musik“ , hatte einer meiner „Facebook-Freunde“  gestern auf seiner Profilseite gepostet.

Ob dieser für mich offensichtlichen, elitären Arroganz innerlich schäumend und rasend wie wutschnaubend lieferte ich sodann meinen kritisch-geistigen Erguß dazu:

„Was bedeutet es eigentlich etwas von Musik zu verstehen?“/ „Wer maßt sich an, etwas von Musik zu verstehen?“/ „Wer maßt sich an, darüber zu urteilen, wer etwas von Musik versteht und wer nicht?“ , etc. pp.

Abschließend schrieb ich noch sowas wie: „Jeder Mensch versteht etwas von Musik, wie vom Tod, der Trauer, der Liebe und der Sehnsucht. Jeder für sich.“

Ein Freund meines Freundes lobte genau diese scharfsinnige Bemerkung meiner Wenigkeit – was ich allerdings in meiner Paranoia mit dem erbosten Kommentar „Spar Dir Deinen arroganten Sarkasmus“ quittierte.

Erst als sich dann noch ein anderer dieser Diskussion anschloß und versuchte, mir den eigentlichen Inhalt dieses Zitats verständlicher zu machen, machte es „klick“. Hierzu zitierte dieser Jemand schließlich L.Armstrong, der wohl einmal folgenden Spruch losgelassen haben soll: „Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede“.

Und da hab ich plötzlich verstanden, was dieser Eisler eigentlich sagen wollte.

Aber so ist das halt mit dem Verstand – es ist halt nicht immer Verlass auf ihn.

Musik muss man nicht verstehen können – man kann es auch nicht immer.

Wenn mir irgendwann wieder ein arroganter Möchtegern-Musikversteher (wie etwa ein gewisser Herr Schnitzer) unter die Augen tritt und mir ins Gesicht schleudern will, dass ich „keine Ahnung von Musik“ habe – oder „nichts von der Musik verstehe“, dann werde ich ab sofort diesen Herrn Eisler zitieren.

Hach, und wieder haben wir was gelernt.

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